Fast jeder kennt ihn, fast jeder schätzt ihn – den violettfarbenen Flieder. Doch wer weiß schon, dass er 1565 aus der Türkei an den Hof nach Wien kam und sich von dort in ganz Europa verbreitete? Mittlerweile kennt man über 200 Fliederarten. Oft übersieht man, dass heimische Pflanzen und Tiere nicht immer regionalen Ursprungs sind. Sie haben genetische und geschichtliche Wurzeln, die auf den ersten Blick nicht augenscheinlich sind. Dies macht ihre Existenz einzigartig.
Schreibnatur
Schreibend in der Natur Selbstheilung erfahren
recent posts
-

-

Zart und fragil sieht es aus, das Blümlein. Und doch ist es krautig und zäh. Das Ackerhornkraut findet man fast überall in Eurasien am Wegesrand. Kaum beachtet, doch wunderschön. Seine Kapselfrüchte haften sich an das Fell von Fuchs und Hase. Und finden auf diese Weise Verbreitung.
-

Stolz reckt sie ihr Köpflein empor. Sie ist zwar eine Tulpe, doch so prächtig anzusehen wie eine Rose. Sie mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Doch auf den zweiten offenbart sie Raffinesse: Rotgelbe Farbverläufe und Fransenblätter nebst Stempel und Pollen. Oft müssen wir tiefer blicken, um wahre Schönheit zu erkennen.
-

Sattgrün strahlt er hervor. Akanthus. Leuchtend inmitten braunen Gestrüpps. Er schenkt uns Hoffnung. Und den Mut, hervorzustechen. Anders zu sein inmitten der grauen Masse. Als gutes Vorbild voranzugehen vor allem in Zeiten wie diesen.
-

Betrachten wir Bäume und Pflanzen genauer, leben wir ganz im Moment. Wir denken weder an die Vergangenheit, noch an die Zukunft. Wir sind einfach da und sehen der Pflanze beim Wachsen zu. Die Zeit scheint still zu stehen. Wir vergessen uns selbst. Diese Momente machen unser Leben kostbar.
-

Die Natur feiert Hochzeit. Im reinweißen Blütenkleid. Kirschblüten, wenn auch oft gemalt und dokumentiert, verlieren nicht an Faszination und Bewunderung. Sie locken Insekten. Bienen und Hummeln scheinen mit ihnen zu tanzen. Damit auch im nächsten Jahr ein Kirschbaum in voller Pracht erstrahlen kann.
-

Wir hasten durch das Leben, auf der Suche nach uns selbst. Aber wo bleibt der Moment, es ganz bewusst mit uns selbst „auszuhalten“? Häufig sind wir vollkommen damit beschäftigt, nach Erfolg und Gesehen-Werden zu streben. Aber entdecken wir uns selbst nicht einfach, indem wir uns als Teil der Natur spüren? Und uns dabei als Lebewesen begegnen, nicht wichtiger oder unwichtiger als viele andere Geschöpfe auf dieser Erde?
-

Indem wir Pflanzen wie Kräuter und Bäume genauer betrachten, erkennen wir einerseits ihre Kraft und Grandiosität, andererseits auch ihre Verletzlichkeit. So ist es auch mit unserer Seele. Auf den ersten Blick wirken viele Menschen stark und unnahbar. Auf den zweiten jedoch zweifelnd und verletzbar. Indem wir uns mit heilsamen Pflanzen beschäftigen, blicken wir auch immer auf den Grund unserer eigenen Seele. Wir verbinden uns mit unseren eigenen Wurzeln – mit unseren Stärken, aber auch mit unseren Schwächen.
-

Im Frühling schießt das Grün der Pflanzen empor. Knospen wachsen und gedeihen und drängen zur Entfaltung. Nicht umsonst gilt das Mazerat aus Pflanzenknospen in der Phythotherapie als besonders wirksam. So wie die Jugendzeit häufig als wild und ungezähmt, dynamisch und unkontrolliert, aber auch als innovativ und produktiv empfunden wird, so kann der Frühling als Jahreszeit des Wachsens & Gedeihens, des impulsiven Strebens nach Weiterentwicklung und Vervollkommnung betrachtet werden. Ein Aufbruch, der beflügelt. Und bei uns Menschen Hoffnung weckt.
-

In der Stille finden wir Kraft. Kraft, um tief durchzuatmen. Um ganz bei uns selbst zu sein. Die Natur lädt uns dazu ein, in Ruhe und Meditation einzutauchen. Loszulassen. Alltagsstress zu vergessen. Akkus aufzuladen – ganz ohne Strom und weite Reisen.