Wir hasten durch das Leben, auf der Suche nach uns selbst. Aber wo bleibt der Moment, es ganz bewusst mit uns selbst „auszuhalten“? Häufig sind wir vollkommen damit beschäftigt, nach Erfolg und Gesehen-Werden zu streben. Aber entdecken wir uns selbst nicht einfach, indem wir uns als Teil der Natur spüren? Und uns dabei als Lebewesen begegnen, nicht wichtiger oder unwichtiger als viele andere Geschöpfe auf dieser Erde?
Schreibnatur
Schreibend in der Natur Selbstheilung erfahren
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Indem wir Pflanzen wie Kräuter und Bäume genauer betrachten, erkennen wir einerseits ihre Kraft und Grandiosität, andererseits auch ihre Verletzlichkeit. So ist es auch mit unserer Seele. Auf den ersten Blick wirken viele Menschen stark und unnahbar. Auf den zweiten jedoch zweifelnd und verletzbar. Indem wir uns mit heilsamen Pflanzen beschäftigen, blicken wir auch immer auf den Grund unserer eigenen Seele. Wir verbinden uns mit unseren eigenen Wurzeln – mit unseren Stärken, aber auch mit unseren Schwächen.
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Im Frühling schießt das Grün der Pflanzen empor. Knospen wachsen und gedeihen und drängen zur Entfaltung. Nicht umsonst gilt das Mazerat aus Pflanzenknospen in der Phythotherapie als besonders wirksam. So wie die Jugendzeit häufig als wild und ungezähmt, dynamisch und unkontrolliert, aber auch als innovativ und produktiv empfunden wird, so kann der Frühling als Jahreszeit des Wachsens & Gedeihens, des impulsiven Strebens nach Weiterentwicklung und Vervollkommnung betrachtet werden. Ein Aufbruch, der beflügelt. Und bei uns Menschen Hoffnung weckt.
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In der Stille finden wir Kraft. Kraft, um tief durchzuatmen. Um ganz bei uns selbst zu sein. Die Natur lädt uns dazu ein, in Ruhe und Meditation einzutauchen. Loszulassen. Alltagsstress zu vergessen. Akkus aufzuladen – ganz ohne Strom und weite Reisen.
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Pflanzen kooperieren zumeist. Sie ergänzen sich in einem perfekt ausbalancierten Ökosystem. Jeder nimmt seinen Platz ein. Nimmt Sonnenlicht, Wasser und Nährstoffe. Gibt Sauerstoff an die Luft ab und Mineralstoffe an andere Pflanzen. Ein Kreislauf des Nehmens und Gebens. Vieles können wir uns von der Natur abschauen.
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Auch wenn es zunehmend trockener und heißer wird: Viele Pflanzen beginnen, neue Wege des Wachsens und Gedeihens zu finden. Auch wenn es sie Kraft kostet. Auch wenn manche wohl von robusteren Arten verdrängt werden. Natur heißt Anpassungsfähigkeit und Resilienz. Auch wenn eine der größten Gefahren neben dem menschlichen Einfluss, der Klimawandel, bislang noch gar nicht vollends in Kraft getreten ist.