Schreibnatur

Innere Ruhe und Achtsamkeit schreibend in der Natur erfahren

  • Neubeginn

    Pulsiert hektisch.

    Berstend.

    Rot.

    Zerspringt in tausend Teile.

    Stillstand.

    Tod.

    Doch die Natur lebt weiter,

    Frühling kehrt zurück.

    Mitsamt seinem Glück.

  • Frühlingsgefühle

    Es schießt heraus.

    Grün.

    Saftig.

    Schön.

    Es giert nach Sonne.

    Strahlkraft.

    Wärme.

    Leben.

    Es drängt empor.

    Schwankend.

    Fest.

    Stark.

    Erst fragil,

    doch dann autark.

  • Schmelzwasser

    Adrenalin

    schießt

    hoch.

    Blicke auf mir.

    Stechen wie Dolche.

    Warmherzig,

    doch gefühlt wie eisige Blitze.

    Mir wird kalt und heiß zugleich.

    Wie soll ich mich entscheiden?

    Doch der Nebel löst sich auf.

    Fühle den Schmerz von mir gleiten.

    Eis schmilzt, rinnt in Bächen

    an mir herab.

    Ich blicke in Lächeln.

    Applaus.

    Will ich nicht.

    Doch ich verliere nicht

    mein Gesicht.

  • Traumwelt

    Lieblich liegt die Landschaft da.

    Ist’s ein Traum oder ist es wahr?

    Durchzuckt es mich,

    frag ich mich.

    Ist die Welt so wie sie mir gefällt?

    Täuschend echt kann sie verzücken.

    Doch auch unseren Kopf verrücken.

    Idylle trifft auf Blitzkrieg.

    Die Natur kann grausam sein,

    die der Menschen obendrein.

    Die Welt kann leuchtend, lustig sein.

    Aber auch ganz oft zum Weinen.

  • Winterkleid

    Des Winters weißes Kleid

    erhellt die Dunkelheit der Nacht.

    Wie Zuckerguss ganz weit

    bedeckt es Hügel sacht.

    Es strahlt so hell,

    es glänzt ganz zart.

    Doch schmilzt es leider schnell

    und wird auch manchmal hart.

    Es tanzen Flocken rundherum,

    wie Puderzucker staubt es nun.

    Die Nacht, sie steht ganz stumm.

    Der Mond, er schweiget krumm.

  • Frühlingsmaler

    Kleckse in Grün und Blau,

    gepinselt vom Maler der Freude.

    Leichtendes Gelb statt Grau

    lässt strahlen alte Gebäude.

    Es tönt ein leises Summen,

    im Totholz gar lautes Brummen.

    Amseln seh ich nicht ruh’n,

    ständig gibt’s was zu tun.

    Zum Frühling ist’s nicht weit.

    Die Natur ist schon bereit.

  • Zersplittertes Selbst

    Ruhelos. Gefangen.

    Stolpernd über die Steine des Lebens.

    Ein Ast zerbricht.

    Ein Vogel schreit.

    Wohin mit mir?

    Und meiner Zeit?

    Füge die Fragmente

    deines Selbst

    zusammen

    wie ein Puzzle.

    Finde dich in der Kraft

    deiner Wurzeln.

    Füge dein Bild

    im Geiste der Natur.

    Zusammen.

  • Wolkentanz

    Wolken wallend wandern

    an des Himmels blauer Spur.

    Suchen sich Lücken,

    liegen Rücken an Rücken,

    zeichnen grässliche Gesichter.

    Fratzen speien Zornesglut.

    Doch da reißt die Sonne auf,

    startet ihren frohen Lauf.

    Grelle Blitze tanzen,

    bilden tausend Lichter.

    Gibt mir Kraft und Mut,

    und die Wärme tut gut.

  • Wasserwirbel

    Das Wasser wirbelt Staub und Sterne,

    zieht Schmutz und Diamanten.

    Trägt Weisheit, Einfalt, Alltagssorgen

    Sprudelnd, gurgelnd, fließend.

    Von gestern, über heut nach morgen,

    lasse meine Sehnsucht walten.

    Fließend überwindet es Grenzen und

    mündet in die Mitte allen Seins.

  • Die Eisblume

    Ich spüre den Stich auf meiner Haut.

    Vereine alle Kraft im Schwerpunkt klirrender Kälte.

    Frost zieht Furchen durch mein Haupt.

    Strömend pulsiert das perlende Nass durch meine Adern.

    Ich erstarre.

    Und erstrahle zu einer wunderschönen Blume aus Eis.